Die Hip-Hop Welt machte Sneaker zum internationalen Kult, doch auf die Spitze wurde dieser Kult im Jahr 1984 durch einen gewissen schwarzen, glatzköpfigen Messias Namens Michael Jordan.

Nike fiel es damals noch schwer auf dem Sportmarkt mitzuhalten. Die Marke der “weißen Mittelklasse” kam weder bei Basketballern  noch auf der Straße besonders gut an. Der damalige Marktführer war Converse und hatte die beiden rivalisierenden Superstar der NBA Larry Bird und Magic Johnson unter Vertrag. Bei Reebok setzte man auf den Spieler von den Boston Celtics Danny Ainge.  Dies war die Hoffnung von vielen Spielern damals von einer der führenden Marken auf dem Markt wie Converse, Reebok oder Adidas entdeckt und unter Vertrag genommen zu werden, sodass dies die bevorzugten Marken auf dem Parkett dem damaligen Zeit waren. Doch durch den Vertrag zwischen Nike und Michael “Air” Jordan wurde der Markt auf den Kopf gestellt.

Nur wenige Firmen riskierten damals große Teile ihres Marketingbudgets in die Promotion ihrer Produkte durch einen einzigen Sportler einzusetzen, aber Nike sah etwas Besonderes in Michael “His Airness” Jordan. Er galt als Ausnahmesportler mit Persönlichkeit, Charisma und Herz. Nike wusste, dass Jordan ein Star werden würde und wollte ihn auf dem Weg dorthin unterstützen, sodass man ihm angeboten hat eine völlig neue Schuhserie namens „Air Jordan“ zu entwickeln.

Seine Eltern und sein Manager überredeten ihn schließlich, sich eine Präsentation im Nike Mutterhaus in Beaverton, Oregon anzuschauen. Die Präsentation enthielt einige Clips seiner athletischen Korb-Aktionen während der Olympischen Spiele und Skizzen des Air Jordan I. Jordan war wenig enthusiastisch, schien desinteressiert und gelangweilt. Beim Verlassen des Treffens sagte er dann überraschenderweise zu seinem Agenten: „Lass uns den Deal machen“.

Nike nahm Jordan für 2,5 Millionen Dollar für 5 Jahre unter Vertrag. Der Designer Peter Moore entwarf das erste Air Jordan Logo: Ein beflügelter Basketball. Die Vorstellung des Air Jordan I stellte die gesamte Sportschuh-Industrie auf den Kopf, da Basketballschuhe bis dahin in der Regel weiß waren. Das auffällige rot-schwarze Design sollte diese Konvention brechen. Die NBA reagierte mit einem Verbot der Schuhe in der Basketball-Liga, aber Jordan kümmerte das nicht, er trug die Schuhe weiterhin. Nike war bereit die provozierten Strafgelder von bis zu 5000 Dollar pro Spiel zu zahlen, damit Jordan die Schuhe weiterhin tragen und die Öffentlichkeit die Schuhe sehen konnte. Dieser Wirbel weckte natürlich umso mehr Interesse bei den Leuten und wurde durch überragende Leistungen von Jordan nach vorne gepusht. Er brachte die bis dahin erfolglosen Bulls in die Playoffs und knallte den Celtics um Larry Bird und Danny Ainge dort 63 Punkte rein, was bis dahin Ligarekord war. Besonders die Schwarzen waren davon entzückt, weil sie Bosten nicht leiden konnten und so kam eins zum anderen.

Nike hatte sich nun vorgenommen jedes Jahr fortlaufend ein neues Modell auf den Markt zu bringen und schon mit dem Air Jordan II wurde der Markt erneut auf den Kopf gestellt, weil auf dem Schuh kein Markenname stand, was bis dahin noch nicht vorgekommen war und natürlich marketing-technisch ein sehr ungewöhnlicher Schritt war. Auch deshalb entstand 1987 das heute bekannte Jumpman-Logo.  Der neue Nike Designer Tinker Hatfield war der erste, der sich Jordans Meinung für die Entwicklung des Air Jordan III

anhörte. Das Ergebnis war ein hochwertiger ¾ Schuh aus vergleichsweise leichten und bis dahin nie benutzten Materialien, wie beispielsweise Leder im Elephanten-Design. Die unübliche Herangehensweise bei der Entwicklung eines Basketballschuhes, ließ den Air Jordan III dann auch in seiner Popularität alles Bisherige in den Schatten stellen. Das nachfolgende Modell mit dem Air Jordan IV hatte durch den Kinofilm “Do the right thing” natürlich die beste Werbung erhalten und lies den Hype um die Jordans weiter steigen. Allerdings teilweise auch hin zu einem gewissen Wahn, weil natürlich auch Ärmere Leute einen Jordan wollten und sich nur auf kriminelle Weise den Zugang verschaffen konnten und teilweise in Morden wegen ein Paar Jordans resultierte.

Michael Jordan kann demnach guten Gewissens als Pionier und Wegbereiter der Schuhvermarktung eines NBA Spitzenspielers bezeichnet werden. Spätere NBA Größen wie LeBron James oder Kobe Bryant haben ihre millionenschweren Schuh-Deals wohl nicht zuletzt den Leistungen eines Michael Jordan zu verdanken, der den Weg für dieses Millionen-Geschäft ebnete, sodass im Jahr 1997 der Name Air Jordan zur eigenen Marke innerhalb des Nike

Konzerns wurde.

Seit der Einführung 1985 gehören Air Jordan Schuhe durchweg zu den meistverkauften Basketballschuhen. Die legendäre Air Jordan Reihe

wurde mit dem Air Jordan XXIII

gebührend abgeschlossen und umfasst somit 23 Modelle. Fortgesetzt wurde diese mit dem jeweiligen Flaggschiff Air Jordan 2009 und dieses Jahr mit dem Air Jordan 2010. Außerhalb dieser Reihe gibt es aber noch weitere Modelle wie den Air Jordan True Flight oder der Air Jordan Team 2.5. Der Erfolg der Marke Jordan kann unter anderem auch der Tatsache zugeschrieben werden, dass die Modelle Jordans Ideen, Hobbys und Lebenseinstellung transportieren und somit beim Träger eine Verbundenheit zu ihrem Idol vermitteln. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Marke Jordan auch nach dem Karriereende des Namensgebers weiterlebt  und weiterhin bei den verschiedensten Menschen aller Altersstufen und Gesellschaftsschichten durch die Wiederauflage der klassischen Modelle einen enormen Hype auslöst.

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